Wenn die Gier über den Verstand siegt

In den USA sind wiederholt die Werte für den "normalen" Blutdruck gesenkt worden. Dadurch sind über Nacht 35 Millionen US-Amerikaner zusätzlich zu Kranken gestempelt worden. Angeblich leiden nun mehr als 50 Prozent der US-Amerikaner unter Bluthochdruck. Was für den unbedarften Leser für Fürsorge gehalten werden mag, ist vor allem eins: ein gigantisches Geschäft. Es bedeutet, dass rund 130 Millionen Menschen "behandlungsbedürftig" sind. Dafür erhalten sie ein bis vier Arzneimittel in ein bis drei Dosen pro Tag. Das ist weder sinnvoll für die Patienten noch gesund.

Die neuen "Leitwerte" werden mit großer Wahrscheinlichkeit auch in Deutschland übernommen werden, denn auch hier verspricht das ein riesiges Geschäft für Pharmafirmen, Ärzte und Apotheker.

90 - 95 Prozent sollen an essentieller Hypertonie leiden, also an einem Bluthochdruck "ohne Grund", 5 - 10 Prozent sollen an sekundärer Hypertonie leiden, der von einer zugrunde liegenden Krankheit verursacht wird.


Wie wird der Blutdruck geregelt?


Die Regelung des Blutdrucks ist äußerst komplex. Das ist auch kein Wunder. Die Regelung soll dafür sorgen, dass unter allen Umständen alle Zellen so viel Sauerstoff und Nährstoffe wie nötig erhalten. Dafür sind überall Sensoren eingebaut, die feststellen sollen, wie viel Bedarf besteht. Steigt der Bedarf irgendwo, muss also mehr Blut dorthin geleitet werden. Zu diesem Zweck gibt es in großen wie ganz kleinen Arterien Muskeln, die sich zusammenziehen können, wenn der Bedarf gedeckt ist oder entspannen, wenn er steigt. Gleichzeitig muss das die Kraft und die Häufigkeit der Herzschläge anpassen.

Das ist eine enorm schwierige Aufgabe, denn das Netz der Blutgefäße im Körper des Menschen hat eine Länge von rund 100.000 km!


Was passiert, wenn man Blutdrucksenker einnimmt?


Blutdrucksenkende Medikamente versuchen, die körpereigene Regelung des Blutdrucks zu unterdrücken. Es sind keine Heilmittel! Wenn das funktioniert, können die Zellen nicht mehr bedarfsgerecht versorgt werden.

Dadurch wird man weniger leistungsfähig. Meist merkt man das zuerst im Kopf. Konzentrationsschwäche, Schwindel, Merkschwäche usw. entstehen. Allein das Gehirn benötigt rund 30 Prozent unseres Energiebedarfes. Es reagiert auf Sauerstoffmangel sehr empfindlich. Je älter der Patient ist, desto schlimmer sind die Anzeichen, die bis zur Demenz führen können oder auch zum häufigen Fallen. Es entstehen auch Durchschlafstörungen, weil der Körper nicht in der Lage ist, den Blutdruck richtig zu regulieren.

Aber auch die vom Herzen am weitesten entfernt liegenden Körperteile leiden mehr und mehr unter dem erzwungenen Mangel. Kalte Füße und Unterschenkel, kalte Hände können Anzeichen sein. Je länger die Blutdruckregelung unterdrückt wird, desto schlimmer werden die Symptome. Schließlich schmerzen die Eingeweide wegen Sauerstoffmangels.


Kann man mit Blutdrucksenkern einem Herz- oder Schlaganfall vorbeugen?


Das einzige Organ, das vielleicht geschützt werden könnte, ist das Herz, weil es weniger arbeiten muss. Da aber die Regulierung unterdrückt wird, kann es häufiger zum unregelmäßigen Herzschlag führen, der einen Schlaganfall und einen Herzinfarkt begünstigen kann. Die meisten Schlaganfälle sind sogenannte weiße Schläge. Das bedeutet, dass nicht mehr ausreichend Blut zu den Zellen gelangt. Das passiert, wenn sich die Fließgeschwindigkeit des Blutes aufgrund der Blutdrucksenkung zu weit verringert.


Was sind die Folgen der Blutdrucksenkung?


Neben den oben schon genannten, sind insbesondere die Nieren stark gefährdet. Nierenversagen ist also eine mögliche Folge. Zudem haben die Medikamente spezifische Nebenwirkungen, die Sie auf dem jeweiligen Beipackzettel nachlesen können.


Eine Blutdrucksenkung ist meist falsch,


denn sie geht von falschen Vorstellungen aus. Alles, was mit unserem Körper geschieht, hat einen Grund. Wenn der Blutdruck steigt, hat das also auch seinen Grund. Oft sind wir selbst daran schuld, weil wir uns zu wenig bewegen, weil wir uns nicht ausgewogen ernähren oder weil wir unter Dauerstress leiden. Andere Ursachen sind z. B. Lärm über lange Zeit, aber auch Störungen der Schilddrüse, die häufig durch jodierte Lebensmittel ausgelöst werden.


Der Blutdruck ist keine statische Größe


Bei allen Menschen ändert sich der Blutdruck andauernd. Einen für diesen Menschen "normalen" Blutdruck gibt es nur in Ruhelage. Mit jeder Bewegung, mit jeder Tätigkeit verändert sich der Blutdruck. Besonders deutlich ist das bei körperlicher Arbeit und Sport. Dabei schnellt der Blutdruck geradezu in die Höhe, weil die Zellen einen erhöhten Sauerstoffbedarf haben. Der Blutdruck kann dabei locker auf mehr als 200 ansteigen. Danach sinkt er wieder auf normale Werte.

Aber auch mit dem Alter steigt der Blutdruck in der Regel an. Denn wir altern nicht nur äußerlich, sondern natürlich auch innerlich. Die Blutgefäße werden weniger elastisch, eventuell erleiden wir auch Arteriosklerose durch kleinste Verletzungen in der Zellwand der Blutgefäße.

Die Naturheilkunde bleibt deshalb bei ihrem bewährten Modell: der normale Blutdruck beträgt 100 + Alter. Durch diese Definition, die früher auch die Schulmedizin geteilt hat, gäbe es kaum noch behandlungsbedürftige Menschen. Das ist wunderbar für die Patienten, aber ganz schlecht für die Pharmaindustrie.


Seien Sie vorsichtig, wenn der Arzt Ihnen Blutdrucksenker verschreiben möchte


Holen Sie in jedem Fall eine zweite Meinung ein, bevor Sie sich auf eine gefährliche Behandlung einlassen, die die körperlichen Regelkreise unterdrückt. Lassen Sie sich keine Angst machen! Verlangen Sie eine Ursache genannt zu bekommen.

Falls man Ihnen empfiehlt, zu Hause Blutdruckmessungen durchzuführen, machen Sie es richtig:

  • setzen (Beine hochlegen) oder legen Sie sich zwanzig Minuten in Ruhe hin, bevor Sie den Blutdruck messen
  • essen und trinken Sie nichts dabei
  • schauen Sie kein Fernsehen dabei, unterhalten Sie sich nicht.

So erhalten Sie einen realistischen Blutdruckwert, der praktisch immer weit unter dem des Arztes liegt.
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